Finnland
  Februar
 
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Helsinki


Mo. 23. 02. - So. 1. 03.
Ferien sind vorbei und Schule geht wieder los aber das finde ich einfach nur super und ich hab mich eigentlich vom ersten Ferientag an schon wieder auf die Schule gefreut. Ferien mitten in der Pampa sind nämlich sau langweilig und in der Schule passiert immer was.
Montag war dann aber so ein Hammatag, dass mir dann die Ferien doch lieber wären. Meine Schule fing morgens um 8 Uhr mit Mathe an. Das war richtig langweilig, ich war müde und konnte irgendwie gar kein Gespräch zustande bringen und meine Tischnachbarin war schlecht drauf weil die Ferien eben vorbei waren. Und so lief das eigentlich den ganzen Tag.
Nachmittags war ich dann beim freiwilligem Schulsport mit Freunden. Da habe ich mich bisher immer vor gedrückt weil ich Schulsport eigentlich so richtig hasse, aber das war ganz lustig.
Wir haben die ganze Stunde lang zu dritt Tennis gespielt, die beiden Sportlehrer sassen nur am Rand und haben irgendwelchen Papierkram gemacht und ausser uns waren dort nur noch ein paar Jungs die wir nicht kannten und die Federball gespielt haben. Wir hatten ja auch Sport in der Tennishalle wo man nur Tennis und Federball spielen kann.
Wir stellen gerade im Chemieunterricht unser eigenes Aspirin her. Das ist echt mal etwas sehr interessantes finde ich. Das Aspirin von meiner Gruppe war zwar nicht so besonders gut aber auch nicht schlecht. Ausprobiert haben wir es natürlich nicht, man konnte das nur anhand von einem Farbtest feststellen.
Donnerstag war ein langer und total toller Tag. Erstmal hatte ich bis 15:30 Uhr Schule und musste dann noch fast zwei Stunden warten bis mich dann meine Gastfamilie abgeholt hat. Wir sind nämlich zur Oper gefahren. Auf jeden Fall gingen die zwei Stunden sehr schnell vorbei, da viele von meinen Freunden noch auf den Bus warten mussten.
Meine Austauschorganisation hat diesen Opernabend inklusive Rundgung organisiert. Der Rundgang war meiner Meinung nach das Beste, wir konnten richtig hinter die Kulissen schauen und gucken wie eine oper so "funktioniert". Es war wirklich sehr interessant und auch etwas Besonderes, da das normalen Besuchern nicht erlaubt ist. Die Oper selbst war lang. Die Musik war toll und so, aber die Handlung hat sich manchmal ein bischen zu sehr in die Länge gezogen und hatte dann irgendwann keine Spannung mehr. Achja, das Stück hiess übrigens "Zauberflöte" von Mozart. Die Oper wurde auf Finnisch gesungen, und es gab Schwedische und Englische Übertitel. Man hat das Finnische wirklich nur stellenweise verstanden, meine Gasteltern haben auch gesagt, sie hätten die ganze Zeit die Englischen Übertitel mitgelesen.
Eine andere Austauschschülerin ist über Wochenende zu mir gekommen. Am Freitag sind wir zusammen zur Schule gegangen, war für mich jetzt nicht so besonders spannend, nur etwas stressig wenn man ständig zu den Lehrern rennen muss und erklären muss wer sie jetzt eigentlich ist.
Samstag sind wir nach Helsinki gefahren und haben uns dort noch mit einer anderen Austauschschülerin getroffen. Wir haben eine kleine Kirchentour gemacht, sind Essen gegangen und dann sind wir ins Parlament gegangen. Da haben wir dann eine Führung mitgemacht, ohne Führung kommt man da auch gar nicht rein. Es war wirklich sehr interessant, auch die Führung war kein Stück langweilig, wie sonst Führungen ja immer sind. 

im Finnischen Nationalmuseum

Danach sind wir dann in das Finnische Nationalmuseum gegangen. Dort ging es um die Geschichte Finnlands, war manchmal ein bischen langweilig und trockem. Das Beste war als wir die alten Uniformen selber anprobieren durften . Darüber haben wir uns dann erstmal wie kleine Kinder gefreut. 
Sonntag haben wir uns dann so einen richtigen Chilltag gemacht. Meine Gastfamilie war nicht da, das war also ganz ruhig und chillig.


Das Finnische Parlament


Mo. 16. 02. - So. 22. 02. Nurmes
Diese Woche hatte ich Ferien. In den ersten Tagen habe ich eigentlich so gut wie gar nichts gemacht. Einfach mal ein bischen auschillen und relaxen.
Am Mittwoch sind wir dann nach Nurmes gefahren, das ist irgendwo in Mittel-Ostfinnland. Die Autofahrt dorthin dauerte rund SIEBEN Stunden. Das war echt verdammt lange. Ich wäre fast vor Langeweile gestorben! Als wir dann endlich da waren war es auch schon etwas später, also haben wir nur ausgepackt und sind noch kurz rodeln gegangen. Unsere Unterkunft war die Unteretage von einem klitzekleinem Mökki mit nur einem Zimmer, Bad und Sauna. Für ganze sechs Personen ist das ganz schön klein!! 

Es war auch verdammt laut und stressig, besonders am ersten Abend, weil die Kleinen so aufgeregt und unruhig waren.
Am nächsten Tag haben wir dann alles Mögliche gemacht. Zuerst bin ich eine Runde Langlaufski gefahren. Das war ganz gut aber jetzt nicht unbedingt besonders spannend oder erwähnenswert. Danach bin ich mit Mika Schneescooter gefahren, oder wie dieses Ding auch heisst. Vielleicht nennt man das auch Motorschlitten oder Ski-Doo auf Deutsch. Ich weiss es nicht (aber mach baldn foto rein!!). Auf jeden Fall war das voll cool. Mika ist richtig schnell gefahren, erstmal ging es mit 100 Sachen (Mika behauptet sogar 120 ) quer über den zugefrorenen See. Ich dachte das Ding kippt jeden Moment um! Es hat echt mega hin und hergeschlingert. Und damit noch nicht genug, denn als nächstes gings sauschnell auf einem kleinem Pfad mitten durch den Wald. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl ich würde runterfliegen oder hochfliegen und hab mich wie so ein Klammeraffe festgeklammert. Aber trotzdem, oder gerade deswegen, super spassig. 

Selbst gefahren hab ich das Ding leider nicht, ist nur fürs Foto

Danach sind wir Schwimmen gegangen, war auch toll. Ich hab die ganze Zeit mit den Jungs und Mika Wasservolleyball gespielt. Abends waren wir alle total fertig, dass eigentlich gar nichts mehr los war, ausser Sauna natürlich.
Am Freitag sind wir nach Vuokatti gefahren zum Snowboarden bzw. Skifahren. Alle aus meiner Gastfamilie sind Skigefahren, ich natürlich Snowboard. Es lief sehr gut, ich bin kein einziges Mal aus dem Lift gefallen, und war auch sonst genauso schnell wie meine Gastbrüder. Dann habe ich Mika mein Snowboard für eine halbe Stunde geliehen und habe stattdessen seine Skier gekriegt. Damit bin ich dann immer den Anfängerhügel runter, war schwer genug. Aber Liftfahren ist mit Skiern eindeutig einfacher! Mika war nicht so gut mit dem Snowboard, ihn hats alle zwei Meter hingehauen. 

Ich mit Skiern, muss dokumentiert werden!

Später am Nachmittag habe ich dann eine andere Austauschschülerin aus Kajaani getroffen. Wir sind dann weiter Skigefahren bzw. gesnowboarded (snowgeboardet??). Das war natürlich gleich viel spassiger als mit den Jungs, ausserdem sind wir viel schneller gefahren. Ich bin irgendwie auch immer schneller gefahren . Am Ende hats mich dann auch richtig hingehauen. 

Vuokatti

Das war der anstrengenste und letzte Tag des Urlaubs. Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite brauche ich jetzt erst mal ein wenig Erholung von dem ganzen Lärm und Stress.
Samstag war dann wieder ein richtig doofer Tag, wir haben 7std im Auto gesessen und ich habe nichts gemacht, ausser die ganze Zeit MP3-Player gehört, aber davon wird man ja auch irgendwann verrückt. Nja, ich hatte einfach mal schlechte Laune, das darf man ja auch mal haben. 


Sonntag war Laskiainen. Da gibts meiner Meinung nach keine Übersetzung für deswegen versuch ich jetzt mal mein Bestes das zu erklären. Zuerst das wichtigste: An Laskiainen gibt es Laskiaispulla also mit Mandelsahne (??) und Erbeermarmelade gefüllte Pulla (finnisches Hefegebäck). Und dann das Schrecklichste: Hernekeitto, Bohnensuppe. Die wird in ganz Finnland an Laskiainen gegessen.
In meinem Dorf gab es dann auch ein Dorffest, wie immer an Laskiainen, mit ganz vielen verschiedenen Schneespielen und Eishockey und für die Kinder Rodeln. Denn Rodeln ist die Hauptsache vom Laskiainen.
Sonntagabend hatte ich dann mein Interview. Ich bin nämlich zum "Kuukauden Kyläläinen" gewählt worden, eine echte Ehre! Das lässt sich schwer übersetzen, sowas wie Einwohnerin des Dorfes des Monats. Mein Dorf wählt einmal im Monat jemanden aus, der dann interviewt wird und das Interview kommt dann auf die Homepage von V. Wenn ihr nicht wisst wie mein Dorf heisst, fragt mich bitte ich möchte den Link aus Datenschutzgründen nicht hierhin schreiben. 




Mo, 09. 02 - So. 15. 02.
Montag haben wir unsere Prüfungen zurück bekommen. Ich habe in Spanisch eine 10, in Englisch eine 9 und in Mathe eine 9 bekommen. 10 ist die beste Note und 4 die Schlechteste. In Deutsch habe ich auch eine 10 bekommen, obwohl ich die Prüfung gar nicht mitgeschrieben habe^^ hm, woran das wohl liegt . In Bio und Finnisch habe ich keine Noten bekommen, weil ich ja auch die Prüfungen nicht geschrieben habe und stattdessen bekomme ich ein "S", das heisst so viel wie teilgenommen oder bestanden.
Wir haben ausserdem eine neue Austauschschülerin aus Australien an der Schule, ausser uns ist dann noch die aus Honduras da. Wir machen eigentlich schon recht viel zusammen, zum Beispiel Essen wir immer zusammen, aber das ist eigentlich nicht gut, wir sind ja schliesslich hier um Finnen kennenzulernen. Aber die beiden kennen halt nicht soviele Leute wie ich, das ämdert sich bestimmt noch.

Ich habe meinen Philosophiekurs gewechselt und habe stattdessen noch einen anderen Mathekurs. Mathe 8. Ausserdem habe ich Mathe 3 (es gibt insgesamt 13 Kurse). In dem dritten Kurs geht es um Geometrie und es ist eigentlich alles sehr einfach. Im achten Mathekurs gehts um Wurzel- und Logaritmusfunktionen. Ich dachte das wäre auch ganz einfach, aber ich hab das wohl mit Wurzel- und Logaritmusgleichungen verwechselt. Ich verstehe nichts und hatte auch noch keine Zeit mir das Buch zu kaufen. Also sind die Mathestunden auch nicht viel besser als Philosophie.

Mittwochabend war ich beim Floorballtraining. Auf Deutsch heisst das eigentlich "Unihockey" aber das Wort kenne ich zumindest nicht. Es ist so ähnlich wie Hockey, nur andere Tore, anderen Ball und ein paar andere Regeln. Aber es macht super Spass. Und es ist auch sehr anstrengend.

Donnerstag war in der Schule der Teufel los. Es war Penkkarit, das kann man ungefähr mit dem Abistreich in Deutschland vergleichen. Die Drittklässler haben ihre Abiturprüfungen hinter sich und haben jetzt zeremoniell die Schule verlassen. Erst haben sie ein paar Lehrer dazu gezwungen Karaoke zu singen, dann wurden Abituienten auf Lastwagen verladen und sie sind dann durch ganz K. gefahren und haben Süssigkeiten zu den Passanten geworfen.

Vanhojen Tanssit:

Donnerstagabend waren dann die Vanhojen Tanssit. Ich weiss nicht recht wie ich das übersetzen soll, vielleicht ist "Ältestentänze" eine gute Übersetzung. Damit feiern nämlich die
Zweitklässler die Tatsache, dass sie jetzt die Ältesten an der Schule sind. Es ist eine sehr traditionelle Feier, die in Finnland schon seit Jahrhunderten gefeiert wird.

Erstmal wurde gut gegessen


Die "Vanjohet", also die, die getanzt haben


Ich und "mein Küchenteam"^^ im selben Raum, muss dokumentiert werden, wie schön wir aufgeräumt haben

Ich war auch dort. Eigentlich dürfen dort nur die Zweitklässler mit ihren Familien hin, aber man kann dort auch als Erstklässler hin wenn man einen freiwilligen Job übernimmt. Ich und ein paat Andere hatten zum Beispiel die Aufgabe das schmutzige Geschirr wegzuräumen...

Zuerst haben ein paar Schüler aus den Ersten Klassen etwas vorgesungen, der Direktor und Matti Vanhanen (!!), der Premierminister von Finnland haben eine Rede gehalten.

Matti Vanhanen, Premierminister von Finnland, hält eine Rede

Matti Vanhanens Tochter ist nämlich an meiner Schule, und natürlich kommt dann auch ihr Vater. Alle waren ganz aufgeregt darü
ber, egal mit wem ich gesprochen habe, der zweite Satz war immer "Wusstest du schon, dass Matti Vanhanen hier ist?". 

Eine Schülerin muss ganz allein singen^^


Nach den Auftritten haben alle gegessen, da ich ja im "Küchenteam" war, musste ich erst alle dreckigen Teller von den Anderen wegräumen bevor ich selbst essen konnte. Aber das hat eigentlich Spass gemacht, ich musste es ja nicht allein machen. Danach fingen auch schon die Tänze an.



Die Tänze waren sehr traditionell und das Ganze war nicht wie eine Tanzveranstaltung wo jeder tanzen kann, sondern eine Tanzvorstellung!


Da stand sone blöde Frau vor mir die man nun auf fast allen Bildern sieht

Jeder Schritt wurde schon vor Monaten genau einstudiert, aber es war auch sehr gut. Sie haben Sachen wie Tango, Walzer, Samba und Polkka vorgetanzt. Polkka ist ein recht lustiger FInnischer Tanz






Nach den Tänzen

Freitag hatte ich echt richtig hart Schule . Die ersten beiden Stunden fielen aus und in der dritten oder letzten waren dann nochmal Wanhojen Tanssit. Diesmal haben sie nur für uns Schüler getanzt. Aber das war nicht so gut wie am Abend vorher, da sie sich einfach nicht soviel Mühe gegeben haben.



Mi, 04. 02 - So, 08. 02
Mittwoch fing das neue Jakso an (Term, Abschnitt, Periode oder was auch immer auf Deutsch). Ich habe folgende Fächer gewählt: Philosophie, Chemie, Englisch, Spanisch, Musik, Mathe. Ich dachte ich nehm mal was, das nur auf Finnisch ist. Deswegen habe ich Philosophie gewählt. Ich kann zwar fast immer verstehen, was die Lehrerin da labert aber es ist einfach furchtbar langweilig. Die ganze erste Stunde lang haben wir mit der Frage "Was ist Philosophie?" verbracht. Echt spannend. Die Antwort am Ende war, das es keine eindeutige Antwort gibt. Philosophie ist da um zu fragen, nicht um zu antworten....

skifahren auf dem See
In der zweiten Stunde haben wir über die Fragen "Wie denkst du? Denken andere genauso wie du?" philosophiert. Spannend. Und die Lehrerin ist auch eine echte Philosophin, während sie redet guckt sie immer mit weitgerichtetem Blick über unsere Köpfe hinweg zum Fenster raus und merkt gar nichts mehr was um sie herum passiert. Ich dachte ich wechsel den Kurs.
Chemie ist ganz lustig. Ich hab Chemie 6 gewählt, ein Kurs für Fortgeschrittene! Nein, nicht von allein (das glaubt mir ja eh keiner ), sondern mit persöhnlicher Einladung von der Lehrerin. Wir würden hauptsächlich Versuche und Laborarbeit machen. Das haben wir auch, in der ersten Stunde haben wir einen springenden Ball hergestellt (der mir natürlich nicht gelungen ist) und in der zweiten Stunde haben wir Seife gemacht. Die riecht bloss nicht so gut, ist aber ansonsten ganz gut geworden.

Englisch ist auch sehr schwierig, bisher hatte ich die Kurse 1, 2 und 3 gewählt. In diesem Jakso hab ich aber Englisch 10 gewählt, ein Kurs der auf die schriftliche Abiturprüfung vorbereitet . Wir schreiben hauptsächlich die ganze Zeit oder machen (sehr schwierige) Hörverständnissachen. Da das sozusagen ein zusätzlicher Kurs ist, haben wir keine Prüfung am Ende des Jaksos und bekommen auch keine Noten. Es sind also nur kleine Streber in dem Kurs, die ihre Englischkenntnisse verbessern wollen^^.
chillen im Computerraum
In Spanisch haben wir eine neue Lehrerin, die sich zwar nicht so gut durchsetzen kann aber ansonsten ganz nett ist. Das Thema von meinem Musikkurs ist Finnische Musik, also ein sehr interessanter Kurs. Im Moment machen wir Gruppenarbeit (oh ja es gibt doch Gruppenarbeit in Finnland!) zu verschiedenen Bands.
Mein Mathekurs ist ausserhalb der normalen Unterrichtszeiten, also Montagmorgens um 8 Uhr (grrrr) und zweimal Nachmittags nach der Schule. Mein Lehrer ist streng, unfreundlich und hat eine absolut unleserliche Schrift. Ich muss alles (ALLES) von meiner Tischnachbarin abschreiben. Wahrscheinlich kann sie so ungefähr die Wörter erraten, ich check überhaupt nichts. Der Kurs ist über Geometrie, sehr einfach, ich hatte auch schon fast alles was wir machen.
Das war mal wieder ein ausführlicher Bericht zur Schule^^. In der Freizeit habe ich nichts spannendes gemacht, was ich jetzt unbedingt erwähnen müsste. Sonntag war ich Skifahren mit Mika und Seppo und das war einfach nur schrecklich war. Erstmal sind die beiden viel zu schnell gefahren, ich konnte nur noch gerade so hinterherhecheln. Dann meinte Mika auch noch die ganze Zeit er müsse mir erzählen wie man Ski fährt. Hallo? Das fand ich recht beleidigend, am Anfang hat er mir erzählt ich müsse meine Beine so bewegen wie Seppo das macht, und dazu dann die Stöcke benutzen. Ich bin schon oft in Finnland langgelaufen und auch letztes Jahr in Norwegen. Aber Anu hat mich beruhigt, Mika würde das bei jedem machen, sagt sie. Auch bei ihr. Nja, ich geh jedenfalls nicht nochmal mit Mika und Seppo Skifahren.



Fr, 30. 01 - Di, 03. 02 Kajaani

Ich bin am Freitag direkt nach meiner Englischprüfung mit dem Zug nach Kajaani gefahren um dort bei einer Freundin, eine andere Deutsche Austauschschülerin, das Wochenende zu verbringen. 


Ich und Elias Lönnröt, der hat das Kalevala geschrieben, DAS Finnische Nationalepos


In der Burg von Kajaani

Ich musste erstmal noch zwei Stunden in der Schule warten (ich hab mit einer Freundin Schwedisch gelernt ) und bin dann mit dem Bus nach Helsinki.
Kajaani ist ziemlich weit im Norden, es dauerte sechs ein halb Stunden um dort hinzufahren. Ich war also spät abends da, und als ich angekommen bin wäre ich fast auf der Stelle eingefroren, es war MINUS 20C!!! Das war echt kalt.
Steffi, ihre Gastmutter und -Schwester haben mich vom Bahnhof abgeholt. Die kleine Gastschwester (6) ist überhaupt nicht schüchtern, ich habe mich echt gefragt ob ich noch in Finnland bin. Gleich am ersten Abend setzt sie sich auf meinen Schoss und macht mir komische Zöpfe in die Haare...

Steffi wohnt im Zentrum von Kajaani, einer recht netten Kleinstadt. Sie hat ausserdem noch einen kleinen Gastbruder (4) und die Familie wohnt in einer recht kleinen Wohnung. Aber die Gastfamilie ist echt super nett. 

Samstag haben wir hauptsächlich gechillt, haben uns Kajaani angeguckt (bei den Temperaturen konnte man ja kaum draussen sein) und sowas. Wir wollten uns mal schlau machen und hatten vor ins Museum zu gehen, aber das hat natürlich samstags zu. Und es war so weit dahinzulaufen. Auf dem Rückweg sind wir alle 100 Meter in irgendein Geschäft rein, um uns aufzuwärmen.
Ausserdem haben die eine Wii, für Leute die jetzt auf der Strecke bleiben: Eine Spielkonsole wo man Spiele und Sport machen kann, wo man sich bewegt als ob man echt dabei wär. Wenn man Tennis spielt, muss man auch mit dem Arm zur rechten Seite ausschlagen, wenn der Ball nach rechts kommt. Es ist recht anstrengend, eben wie echter Sport. 

Sonntag waren wir Langlaufen auf einem See, es war eisig kalt und einen ziemlich heftigen Schneesturm gab es auch noch. Wir sind ungefähr 1 km gefahren und das reichte dann auch. Es war A****kalt. Ich hatte Skier von der Grossmutter, die waren jetzt nicht sooo gut, was mir auch ein wenig den Spass an der Sache genommen hat. 




Danach waren wir Schlittenfahren. Das war viel Spassiger und besser Wir sind einfach mit dem Schlitten die Strasse runtergefahren, es kamen ja nicht so viele Autos. 




Montag bin ich mit Steffi in ihre Schule gegangen. Ihre Schule ist etwas anders als meine natürlich. Erstmal fand ich dass alle Leute allgemein viel offener und gesprächiger sind. Das hat mir meine Gastmutter auch schon mal erzählt, die schweigsamen Finnen würden alle in Helsinki und Umgebung wohnen. Also je weiter man nach Norden fährt, desto freundlicher sind auch die Finnen.
Stefanies Schule ist nicht nur ein normales Lukio (Oberstufe) sondern im selben Gebäude ist auch ein IB-Lukio (also ein englischsprachiges Lukio) und ein Sportlukio. Steffi geht natürlich auf das normale Lukio.
Ihre Schule ist in Sotkamo, also eine einstündige Busfahrt von Kajaani entfernt. Der Bus fährt mitten durch den Wald auf sehr schmalen Strassen auf denen in Deutschland sicher Busfahren verboten wäre. Ausserdem gibt es keine Haltestellen, der Bus sammelt die Schüler einfach irgendwo ein. Es sollen öfters mal Elche zu sehen sein, nachts hört man Wölfe heulen und tagsüber laufen in der Innenstadt von Kajaani Schneehasen über die Strasse. Ich bin also wirklich am Ende der Welt gelandet. 





Steffi hatte also eine Englischprüfung, währenddessen ich am Computer war, danach haben wir schön gegessen und sind dann ganz faul mit dem Bus nach Vuokatti gefahren. Endlich sind wir in Vuokatti. Davon haben wir ja schon auf dem Landeskundeseminar in Berlin geträumt . Ich hab mir ein Snowboard ausgeliehen, Steffi Skier (alles echt super teuer). 




In Südfinnland ist immer alles (also Menüs in Restaurants, Strassenschilder etc.) auf Finnisch, Schwedisch und Englisch ausgeschlidert. Oft auch noch auf Deutsch, da es recht viele Deutsche Touristen hier gibt. In Vuokatti war aber alles (wirklich ALLES) nur auf Finnisch und auf Russisch ausgeschildert. Was macht man denn dann wenn man ein nicht-russicher-Tourist ist? Das Menü im "Pistencafe" gabs nicht auf Englisch!
Aber für uns kein Problem, können ja schliesslich Finnisch! Snowboarden hat echt mega Spass gemacht, ich konnte es noch sehr gut, ich hab auch keine ernsthaften Liftprobleme merh . Klar, ich bin einmal aus dem Schlepplift gefallen und aus dem Sessellift bin ich am Ende mehr rausgefallen als ausgestiegen, aber es waren sowieso nur sehr wenig Leute da. Es war ja schliesslich mitten in der Woche. 


Nach dem Snowboarden (bzw. Skifahren) waren wir echt total fertig, konnten uns gerade noch zur Bushaltestelle schleppen. Auf dem Weg dahin haben wir die ganze Zeit das Finnische R geübt. Das wird nämlich wie im Spanischen so ganz toll gerrrrollt.  Mit dem Finnischen Schimpfwort "perkele" kann man das recht gut üben, nur einige alte Leute haben uns ganz empört angeguckt. Die Deutschen mal wieder....




Dienstag bin ich auch schon wieder gefahren, erst haben wir noch ein bischen Morgensport an der Wii getrieben, dann sind wir schön beim Italiener Mittagessen gegangen und dann fuhr mein Zug auch schon.
Meine Zugfahrt dauerte 6 std, und die ganze Zeit ging es nur durch die wunderschönste Finnische Winterlandschaft, es hatte nämlich gerade geschneit, alle Bäume waren schneebedeckt und die Sonne schien. Was gestört hat waren zwei Russen die hinter mir sassen und sehr laut diskutiert haben.


 
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